Ehemaliges Kloster der Franziskanerinnen, Gebäudegruppe aus Waisenhaus, landwirtschaftlichen Versorgungsbetrieben, Garten, Nutzgarten, alten Schulgebäuden (Ende des 19. Jahrhunderts), Kloster (1911–13), Torhaus, Haus Nazareth (1925). [Denkmalliste der Generaldirektion Kulturelles Erbe, Rheinland-Pfalz; 2010.] Dornröschen hinter den Dornenhecken – Ein "Lost Place" in Nähe Trier Hinter einer dicken Mauer und einer hohen Brombeerhecke versteckt liegt ein altes, halb verfallenes Schloss…
Klingt nach dem Anfang eines Märchens, nur dass es sich hier nicht um ein Schloss, sondern ein verlassenes Kloster handelt und "halb verfallen" bald nur noch eine Erinnerung sein könnte.
Ein bisschen versteckt und verlassen steht es da: das alte Kloster in F... Ein Ort, der das Szenario eines Horrorfilmes sein könnte. Das Potential dazu hat er. Ein riesiger Gebäudekomplex vom Zahn der Zeit gezeichnet; zugewachsen durch Brombeerhecken bekommt alles einen verwilderten Charme. Betritt man das Gebäude kann man zurückgelassene Gegenstände der vorigen Bewohner finden, wie etwa einen einzelnen Rollschuh oder eine staubige Puppe, die mit dem Gesicht im Staub auf einer Treppe liegt. Klingt gruselig, klingt nach einem Ort, den man im Dunkeln besser meidet. Hat man aber erstmal einen Fuß hinein gesetzt, wird einem schnell klar, dass an diesem Ort wenig gruseliges ist. Es ist eher traurig zu sehen, wie diese alten und schönen Gebäudekomplexe langsam vor sich hin verfallen. Eingeschlagene Fenster, mutwillig zerstörte Bäder und Graffiti an den Wänden kombiniert mit tausenden Scherben und ein paar Löchern in der Decke komplementieren das Bild.
Ein Haus mit viel Geschichte steht vor seinem Ende. Traurig ist das. Das sieht auch F... Ortsbürgermeister Jürgen Reinehr so, der seit Jahren darum kämpft, dass das alte Kloster, mit dem er als Ur- F... sogar noch Kindheitserinnerungen verbindet neues Leben eingehaucht bekommt. "Zehn Jahre steht es jetzt leer und wir bemühen uns sehr um einen Investor, der einen sinnvollen Nutzen für das Kloster findet", erzählt er. Einen neuen Nutzen, aber unter der Bedingung dass das Gebäude, dass in zwei Komplexe unterteilt ist, erhalten bleiben kann. "Wir würden gerne wenigstens den älteren Teil erhalten", der 1868 begonnen wurde und somit wesentlich älter als das "neue" Gebäude ist, dass 1911 gebaut wurde. Der Krieg verschob seine Eröffnung dann auf 1918. Initiiert wurde der Bau des alten Teils damals von Nonnen, nämlich den Piesporter Schwestern, einer F... Lehrerin, dem Fräulein Farsch, und dem F.... Bürger Loskill. "Das Haus wurde dann immer von Nonnen geführt, den Franziskanerinnen von Nonnenwerth, die zuerst ein Waisenhaus für Mädchen darin betrieben haben", erklärt Reinehr. "Kinder aus schwierigen Familienverhältnissen wurden über das Jugendamt aus ganz Deutschland dorthin vermittelt."
Die Nonnen engagierten sich stark im Dorf, sie führten die Schule, zuerst nur für ihre anvertrauten Kinder. Nach dem Krieg stellten sie ein Nebengebäude als Schulgebäude bereit und hielten dort Unterricht, bevor in den 50er Jahren eine neue Schule errichtet wurde. "Dieses Nebengebäude ist heute das Bürgerhaus." Zudem boten die Nonnen Ausbildungsplätze im hauswirtschaftlichen Bereich, sie betrieben eine ambulante Krankenpflege und boten in ihrem Kloster Arbeitsplätze für die Bevölkerung. "Die Nonnen waren bis auf wenige Dinge autark, sie hielten Kühe und betrieben einen großen Nutz- und Ziergarten." Bis sie im Jahre 1984 aus dem Ort abgezogen wurden. "Die Mädchen wurden alle erwachsen und waren nicht mehr da." Es dauerte fünf Jahre bis wieder Leben einzog, ein saarländischer Kaufmann erwarb das Haus und sanierte es provisorisch, damit 1989 ein Übergangswohnheim für deutschstämmige Auswanderer aus den ehemaligen UdSSR-Staaten daraus werden konnte. "Diese Leute sollten eigentlich nur ein paar Monate bleiben, Sprachkurse kriegen und in andere Teile Deutschlands weiter vermittelt werden, wo sie Wohnungen beziehen konnten. Diese Weitervermittlung hat dann länger gedauert und so sind auch die Menschen wesentlich länger geblieben. Einige haben sich gleich im Ort niedergelassen." meint Reinehr. Zu Spitzenzeiten haben 300 Menschen im Kloster gelebt.
Als eine der ersten Einrichtungen solcher Art wurde es gekündigt; das war 2001, seitdem steht es wieder leer. Der saarländische Inverstor hat mithilfe der daraus erworbenen Miete die Nebengebäude zu Mietshäusern umgebaut, es entstanden 20 Wohnungen, die er verkaufen konnte. [...]

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