Zwei Jahre lang steht die frühere Reha-Klinik bereits leer und gammelt vor sich hin. Das wird sich bald ändern. Denn die städtischen Baubehörden werden voraussichtlich bis Jahresende dem Bauherren die Genehmigung erteilen, das riesige Gebäude in ein modernes Seniorenpflegeheim mit 210 Betten und eine geriatrische Klinik mit 310 Betten umzuwandeln. Das bestätigt Thomas Schwendler, Referent von Stadtentwicklungsdezernent Joachim Pös (FDP), auf Anfrage: "Wir sind dabei uns zu einigen."

30 Millionen Euro will der Projektentwickler, die Gesellschaft Aukammresidenz mit Sitz in Brigachtal, in den Umbau stecken. Geschäftsführer Wilfried Pritzlaff hofft, mit den Arbeiten bereits Anfang 2009 beginnen zu können. Betreiber des Pflegeheims soll die Wiesbadener Gesellschaft Procon Seniorenzentren werden, die deutschlandweit bereits rund 13 Häuser unterhält. Wer die geriatrische Klinik übernehmen wird, steht laut Procon-Vorstand Stefan Weinz noch nicht fest.

Architekt des Projekts ist der Wiesbadener Helmut Wilke. Er will die fast fast 30 Jahre alte Klinik komplett rückbauen und Heizung, Wasserleitungen, Putz, Fenster entfernen lassen - bis nur noch der Rohbau steht. Anschließend, betont Wilke, werde in zwei Bauabschnitten etwas ganz Neues entstehen, "das dem Jahr 2008 zugeordnet werden kann": schicke Fassade, breite Gängen, großer Zugang, Rezeption und Lounge.

In dem künftigen Pflegeheim befinden sich laut Procon-Vorstand Weinz künftig drei Bereiche: Einer für schwerstkranke alte Menschen, einer für Demenzkranke und einer für Senioren "mit intensivem therapeutischen Bedarf". Wenn alles fertig ist, solle das Ganze "Senioren Zentrum Aukamm" heißen. "Aukammresidenz" sei nur der Arbeitstitel.

Auf eines musste Bauherr Pritzlaff allerdings verzichten: Auf das betreute Wohnen. Das hätte der Projektentwickler gerne noch zusätzlich in einem Neubau angeboten. Zielgruppe waren fitte Senioren, die wenig Hilfe brauchen. Das Stadtplanungsamt aber lehnte dieses Vorhaben mit Blick auf den Bebauungsplan ab: "Das ist ein reines Klinikgebiet", begründet Referent Schwendler die Absage. Daran solle sich nichts ändern, auch wenn das Aukammtal sehr attraktiv für Wohnungsbau sei.

Architekt Wilke hat die Pläne mittlerweile korrigiert und den Neubau für betreutes Wohnen gestrichen. Die Baugenehmigung ist deshalb nur noch eine Frage kurzer Zeit. Denn gegen den Umbau des alten Hauses in ein Pflegeheim und eine geriatrische Klinik habe der Stadtentwicklungsdezernent nichts, sagt Schwendler.

Die ehemalige Reha-Klinik mit 250 Betten und 500 Mitarbeitern musste Anfang 2006 nach vorangegangener Insolvenz schließen. Anfang 2007 wurde der Bau samt 25 000 Quadratmetern Grundstück an Investor Pritzlaff verkauft.

 

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