Die Geschichte
Gustav und Louise zogen sich gern in ihren Garten zurück. „Accatium“ nannte ihn die landgräfliche Familie liebevoll – nach den Akazien, mit denen der am Park entlangführende Verbindungsweg von der Tannenwaldallee zum Kleinen Tannenwald – die heutige Kreuzallee – bepflanzt war. Um ihn zu schaffen, hatte Landgraf Friedrich V. Ludwig das Gelände 1775 erworben und den großen Restteil seiner Gattin Caroline zur Gestaltung nach ihren Vorstellungen überlassen.
Nachdem der älteste Sohn, Friedrich VI. Joseph, die Regentschaft und das Erbe übernommen hatte, bedachte er seinen drittjüngeren Bruder Gustav 1822 mit dem Grundstück. Dessen Frau Louise Friederike war als Prinzessin des Hauses Anhalt-Dessau im Wörlitzer Gartenreich aufgewachsen und schuf im Gustavsgarten ein kleines verträumtes Paradies im Sinne der englischen Gartenkunst. Baum- und Buschgruppen umstanden die geschwungenen Rasenflächen, sorgfältig gewählte Blickachsen lenkten das Auge und exotische Pflanzenraritäten fanden die Bewunderung gern eingelassener Besucher. Neben einem Gartenhaus ließen Louise und Gustav 1830 auch einen Teesalon errichten, den Dorischen Tempel. Er ist dem Blumengartenhaus im Schlosspark Georgium von Dessau nachempfunden.

Der Ist-Zustand
Der Gustavsgarten blieb als einziger der „Prinzengärten“ bis heute als Parkanlage erhalten. Auch Elemente seiner ursprünglichen Gestaltung sind noch vorhanden, obwohl das Grundstück vielfältig genutzt wurde. Der Frankfurter Bankier Wertheimber erwarb es 1898, erweiterte es durch den Ankauf des östlichen, zum Louisgarten hin gelegenen Geländes und erbaute eine prächtige Villa sowie ein Pförtnerhaus. Nach 1948 richtete man in der Villa ein Hirnverletztenheim ein, das zwischen 1970 und 1980 Anbauten erhielt und in Neurologische Klinik umbenannt wurde. Sie schloss 2004 ihre Tore.
Mittlerweile kann man das Grundstück wieder betreten

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